Von der Gallus-Apotheke zur Rosen-Apotheke
Seit 1950 gibt es eine Apotheke in Olching - und seit 1950 ist auch die Apothekerfamilie Leiss in Olching ansässig. Der Besitzer der neu gegründeten Hann-von-Weyhern'schen Gallus-Apotheke, Karl Hann von Weyhern, war Apotheker und Heilpraktiker zugleich. Da der Gesetzgeber die gleichzeitige Ausübung beider Berufe nicht gestattet, verpachtete von Weyhern seine Apotheke an Albert Leiss.
Damals hatte die Apotheke - die nächste war in Maisach - ununterbrochen geöffnet. Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Brüder und ich oft unseren Vater an den Sonntagen vertreten hatten, damit dieser die Messe in der nebenan liegenden Kirche besuchen konnte. Kam ein Kunde, musste einer von uns schnell in die Kirche flitzen, wo wir an einer bestimmten Säule unseren Vater wussten, und ihn holen.
Schon als Kinder arbeiteten wir häufig in der Apotheke mit. Da waren zum Beispiel die selbst gepressten Traubenzuckertabletten in kleine Cellophanbeutelchen abzuzählen und die Beutel ordentlich zu verkleben. Immer 20 Tabletten. Dafür gab es 1 Pfennig pro Packung.
Bis 1967 war die Einwohnerzahl Olchings so weit gestiegen, dass der Ort eine weitere Apotheke vertragen konnte. Albert Leiss löste das Pachtverhältnis mit der Witwe von Weyherns und gründete im Haus des Schmieds Florian Rosenlöhner in der Hauptstraße 53 die Rosen-Apotheke. Albert Leiss war sozial sehr engagiert, über lange Jahre im Gemeinderat vertreten und hat sich standespolitisch, kommunal- und kirchlich mit großem Einsatz betätigt.
1970 begann der jüngste Sohn Franz seine Ausbildung im väterlichen Betrieb und übernahm 1979, als Albert Leiss das Rentenalter erreichte, die Apotheke zunächst als Pächter. Über die Jahre gelang es ihm - zusammen mit seiner Frau Annette, die ihn in allen Bereichen tatkräftig unterstützte - den ehemals umsatzkleinsten Betrieb zur größten Apotheke am Ort auszubauen.
2011 konnte die Rosen-Apotheke neue Räume in der Hauptstraße 30 beziehen. Beide Kinder, Moritz und Lea Leiss, ergriffen den Apothekerberuf und setzen nun die Familientradition fort. Seit 2013 sind sie in der neugebildeten oHG zusammen mit ihrem Vater für den Betrieb verantwortlich.

